11.03.2026
Die Sperre der Stadionallee für Individualverkehr verursacht große Umwege für Kleintransporteure und Taxis. Für sie braucht es eine Ausnahmeregelung, um Zeit, Geld und CO₂ zu sparen.Die Sperre der Stadionallee für Individualverkehr verursacht große Umwege für Kleintransporteure und Taxis. Für sie braucht es eine Ausnahmeregelung, um Zeit, Geld und CO₂ zu sparen.Die Wirtschaftskammer Wien hat bei der Stadt Wien Einspruch gegen das geplante Fahrverbot in der Stadionallee und der Meiereistraße im 2. Bezirk erhoben und fordert Ausnahmen für Taxis und gewerbliche Kleintransporteure. Das Fahrverbot, das die beiden Straßen für den Individualverkehr sperrt und nur noch öffentliche Verkehrsmittel wie die verlängerte Straßenbahnlinie 18 zulässt, führt zu erheblichen Mehrkilometern und damit höheren Kosten für Fahrgäste und Kunden, sowie zu einem deutlich erhöhten CO₂-Ausstoß.Mit der geplanten Sperre wird eine äußerst wichtige Nord-Süd-Verbindung gekappt. Die Stadionallee und die Meiereistraße sind für Taxi- und Lieferverkehr in der Prater-Umgebung eine zentrale Route. Eine Paketzustellung etwa von der Kleingartenanlage Wasserwiese zu weiteren Empfängern im Bereich Engerthstraße/Meiereistraße ist über Stadionallee und Meiereistraße rund 1,6 Kilometer lang. Bei einer Sperre würde sich die Strecke auf 4,9 Kilometer über die A23 verdreifachen oder auf 6 Kilometer über den Praterstern sogar fast vervierfachen. Bei einem CO₂-Ausstoß von rund 200 g pro Kilometer bedeutet dies pro Klein-Lkw bis zu 880 g zusätzliches CO₂ pro Fahrt und Richtung, also mehr als viermal so viel.Ausnahmen leicht zu überwachen„Kleintransporteure sorgen dafür, dass Pakete, Waren und Lieferungen pünktlich ankommen“, unterstreicht Gurdial Singh Bajwa, Obmann der Kleintransporteure. „Künstliche Umwege über A23 oder Praterstern bedeuten mehr Zeit, mehr Sprit und mehr CO₂.“ Die Wirtschaftskammer Wien fordert daher, den gewerblichen Lieferverkehr mit Lkw bis 3,5 Tonnen höchstzulässigem Gesamtgewicht sowie Taxis ausdrücklich vom Fahrverbot auszunehmen - so wie Schienenfahrzeuge, Linienbusse und Straßendienstfahrzeuge, die ausgenommen sein werden.Die Ausnahme des gewerblichen Verkehrs ist leicht zu überwachen: Wiener Taxis sind an der Kennzeichenendung TX, Kleintransporteure an der Endung KT auf den ersten Blick erkennbar. „Die Stadt plant ohnehin eine kamerabasierte Überwachung der Einfahrten in die verkehrsberuhigte Innere Stadt“, erklärt Bajwa. „Diese könnte man nun in der Stadionallee und Meiereistraße testen und so gleichzeitig sicherstellen, dass tatsächlich nur Taxis und Kleintransporteure einfahren.“Verlagerung der SchadstoffbelastungDie Stadt Wien begründet die Sperre unter anderem damit, dass die Stadionallee nicht als Ausweichroute für die A23 dienen solle und der Verkehr im Landschaftsschutzgebiet Prater reduziert werden müsse. In der Praxis nutzen Taxis und Kleintransporte für längere Distanzen ohnehin das hochrangige Straßennetz.Im lokalen Bereich sind sie aber auf funktionierende Verbindungen angewiesen. Durch die Sperre würden Verkehr und Emissionen nicht reduziert, sondern lediglich verlagert werden. Die unmittelbare Folge auf der oftmals ohnehin überlasteten Südosttangente wären noch längere Staus und höhere Schadstoffbelastungen. Auch auf anderen Straßen wie der Franzensbrücke, der Schüttelstraße, der Praterstraße oder der Lasallestraße droht der Verkehr noch dichter und stockender zu werden.
















Share this with your friends: