Sayı | Ausgabe: 216 (15.10.2019)
Gelecek sayı | Nächste Ausgabe: 12.11.2019


Wäre es nicht schön, wenn Kunden nur dann zu uns kommen, wenn wir gerade Zeit haben? Wenn sie in unseren Geschäften einkaufen, wenn wir gerade gut besetzt sind? Natürlich wäre das schön, aber es ist nicht so. Wir Unternehmer müssen täglich um die Gunst unserer Kunden kämpfen. Wir nehmen neue Aufträge dankend an, auch wenn wir gerade sehr viele Kundenwünsche erfüllen müssen. Und wir bezahlen die Gehälter unserer Mitarbeiter auch dann, wenn die Auslastung vorübergehend nicht ideal ist. So ist das Wirtschaftsleben – einmal gibt es mehr Arbeit, ein anderes Mal weniger. Das derzeitige Arbeitsrecht nimmt auf diese natürlichen Marktschwankungen viel zu wenig Rücksicht. Immer mehr Wiener Unternehmer beklagen diesen Umstand und fordern mehr Flexibilität. Neidvoll blicken sie auf Länder wie Schweden oder Finnland, wo es keine gesetzlichen Höchstgrenzen für die tägliche und wöchentliche Arbeitszeit gibt. Denn Unternehmen in diesen - mit Österreich absolut vergleichbaren - Ländern haben bessere Wettbewerbschancen, wenn sie sich anpassen können und anderen das verwehrt bleibt. Zwei Maßnahmen sind daher in einem ersten Schritt notwendig – die Anhebung der täglichen Normalarbeitszeit auf zehn Stunden und die Anhebung der täglichen Höchstarbeitszeit auf zwölf Stunden. Dieses Mehr an Flexibilität hilft auch den Mitarbeitern, die oft gegen ihren Willen in ein enges Korsett gezwängt werden. Und es wäre ein Motor für die Schaffung neuer Arbeitsplätze, etwa durch Ein-Personen-Unternehmen, für die der Schritt zum ersten Mitarbeiter auch wegen des Arbeitszeitgesetzes oft ein zu großer ist.
Köşe Yazarları | Autoren
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