11.02.2026

Länger arbeiten, arbeiten bis 67 oder sogar bis 70 – das wird immer wieder gefordert. Was dabei aber nicht zur Sprache kommt: Wie ist es in der Praxis möglich, überhaupt einmal bis 65 zu arbeiten? Und wie schaut es derzeit aus mit der Beschäftigung älterer Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer? Wir haben uns das genau angesehen: Drei von zehn der etwa 25.000 mittleren und größeren Betrieben mit über 20 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt keine 60 bis 64-Jährigen. In manchen Branchen ist der Anteil der über 60-jährigen besonders gering. Ein Drittel der Frauen geht nicht aus der Erwerbstätigkeit in Pension. Nur 6 von 10 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern im Haupterwerbsalter glauben, dass sie ihren Job bis zur Pension überhaupt durchhalten können.Länger arbeiten, arbeiten bis 67 oder sogar bis 70 – das wird immer wieder gefordert. Was dabei aber nicht zur Sprache kommt: Wie ist es in der Praxis möglich, überhaupt einmal bis 65 zu arbeiten? Und wie schaut es derzeit aus mit der Beschäftigung älterer Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer? Wir haben uns das genau angesehen: Drei von zehn der etwa 25.000 mittleren und größeren Betrieben mit über 20 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt keine 60 bis 64-Jährigen. In manchen Branchen ist der Anteil der über 60-jährigen besonders gering. Ein Drittel der Frauen geht nicht aus der Erwerbstätigkeit in Pension. Nur 6 von 10 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern im Haupterwerbsalter glauben, dass sie ihren Job bis zur Pension überhaupt durchhalten können.Hinter diesen Zahlen stehen Menschen – Menschen, die zu uns in die Arbeiterkammer kommen. Wir sehen das jeden Tag bei uns in der Beratung: Die Menschen möchten bis zur Pension arbeiten, aber zu viele Arbeitgeber lassen sie nicht. Zum Beispiel hat ein Kollege 35 Jahre lang in einem metallverarbeitenden Betrieb gearbeitet. Mit 56 Jahren bekam er völlig überraschend die Kündigung. Und es hat sich herausgestellt, dass seinen Job ein jüngerer – und deutlich billigerer – Leiharbeiter übernommen hat. Wir haben für ihn 60.000 Euro herausgeholt, weil diese Art der Austausch-Kündigung unzulässig ist. Seinen Job ist er aber trotzdem los.Also: Es schaut nicht besonders gut aus in unsrem Land mit der Beschäftigung älterer Kolleginnen und Kollegen. Umso absurder finde ich die Forderungen, das Pensionsalter zu erhöhen! Es muss in der Arbeitswelt angesetzt werden, damit Ältere bis zur Pension Arbeit haben und diese Arbeit auch in guter Gesundheit schaffen können. Die Bundesregierung hat Maßnahmen beschlossen, die gut und wichtig sind: Älterenbeschäftigungspaket und Aktion 55 Plus. Aber die Betriebe werden auch nicht drum herumkommen, selbst viel mehr in diesem Bereich zu tun. Eine wesentliche Forderung der Arbeiterkammer ist ein Bonus-Malus-System: Die Betriebe, die keine älteren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigen, müssen einen Ausgleichsbetrag leisten, das kommt den Betrieben zugute, die sehr wohl ältere Kolleginnen und Kollegen beschäftigten. Gerechtigkeit muss sein!

Ausgabe: 292 / 11.02.2026
Köşe Yazarları | Autoren
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