Sayı | Ausgabe: 255, 17.01.2023 | Gelecek sayı | Nächste Ausgabe: 15.02.2023

15.12.2020

Auch in einem wohlhabenden Land werden die Menschen in manchen Regionen deutlich älter als in anderen. Um herauszufinden, wo die Lebenserwartung am höchsten und wo am geringsten ist, braucht man eine Menge statistischer Daten. Es ist zu wenig, das durchschnittliche Sterbealter in einer Stadt zu berechnen. Man muss dazu auch wissen, ob in dieser Stadt mehr alte oder junge Menschen leben.Auch in einem wohlhabenden Land werden die Menschen in manchen Regionen deutlich älter als in anderen. Um herauszufinden, wo die Lebenserwartung am höchsten und wo am geringsten ist, braucht man eine Menge statistischer Daten. Es ist zu wenig, das durchschnittliche Sterbealter in einer Stadt zu berechnen. Man muss dazu auch wissen, ob in dieser Stadt mehr alte oder junge Menschen leben.
In Deutschland wurde eine Studie zu diesem Thema gemacht, um herauszufinden, mit welcher Lebenszeit ein neugeborenes Baby in einem bestimmten Ort unter normalen Umständen (also ohne Krieg) rechnen kann. Es zeigt sich, was wir schon wissen: Frauen leben länger als Männer. Und es kommt darauf an, wo man lebt. Der größte Unterschied zeigt sich zwischen dem Landkreis München und Bremerhaven. In München wird ein Mann 81,2 Jahre alt, in Bremerhaven nur 75,8. Das ist ein Unterschied von 5 Jahren. Die wichtigste Frage ist, was die Ursachen für die unterschiedlichen Lebenserwartungen sind. Nach Erhebung unzähliger statistischer Daten zeigt sich ein eindeutiges Ergebnis: Wie lang ein Leben dauert, entscheidet sich nicht, wie wohlhabend ein Ort durchschnittlich ist. Es geht um Altersarmut, Kinderarmut und Arbeitslosigkeit. Dort, wo es viel davon gibt, ist die Lebenserwartung geringer. Kurz gesagt: Armut macht krank und ist lebensgefährlich. Es gibt die These, dass das Lebensalter zu 25 Prozent vererbt ist, 10 Prozent macht die Kindheit aus und 65 Prozent die Lebensumstände im Erwachsenenalter. Rauchen und ungesunde Ernährung führen zu schweren Krankheiten. Eine große Bedeutung dürften auch die Arbeitsbedingungen und die Wohnverhältnisse haben. Wer in einer lauten Umgebung wohnt, bekommt eher Bluthochdruck. 
In einer britischen Studie wurden öffentlich Bedienstete nach unterschiedlichen Gehaltsstufen und damit Hierarchiestufen untersucht. Die am wenigsten Einflussreichen erkrankten am häufigsten und starben früher. Auch die zweithöchsten Beamten erkrankten häufiger als ihre Vorgesetzten. Das zeigt, dass neben materieller Armut auch ein Mangel an Selbstbestimmung ungesund ist.
An der genetischen Ausstattung kann man nichts ändern, an allen anderen Faktoren muss gearbeitet werden. Beginnen wir bei der Kindheit. Alle Kinder müssen die gleichen Chancen haben. Das klingt selbstverständlich, ist aber nicht so. Kinder aus armen Familien haben öfter Übergewicht. Kinder, die zu Hause nicht frühstücken, bewegen sich tagsüber weniger. Die Lebensgewohnheiten Erwachsener werden in der Kindheit geprägt.
In den USA sinkt die Lebenserwartung bereits wieder, dort gibt es auch keine soziale Krankenversicherung. Hier zeigt sich bereits ein wichtiger Ansatzpunkt zur Chancengleichheit in Hinblick auf ein langes und gesundes Leben. In Österreich gibt es eine 
Pflichtkrankenversicherung. Das führt dazu, dass fast alle Menschen, die in diesem Land legal leben, die Möglichkeit haben, kostenlose medizinische Behandlungen zu erhalten. Jeder Mensch erhält die ärztlichen Leistungen, die er benötigt. Das wird auch durch die hochwertigen Krankenhäuser, die sämtliche medizinische Fachrichtungen abdecken, gewährleistet. Zusätzlich muss jedoch alles getan werden, um Krankheiten vorzubeugen. Dazu gehören Impfungen (siehe Kinderimpfprogramm), gesunde Ernährung, viel Bewegung, ausreichend Schlaf und der Verzicht auf Rauchen und Alkohol. Eine gesunde Lebensführung kann wirklich viele Krankheiten verhindern. Im Rahmen der Wiener Gesundheitsförderung wurden viele Aufklärungskampagnen zu diesem Thema entwickelt. Denn nur dann, wenn man die Zusammenhänge von schädlichen Nahrungsmitteln und Krankheiten kennt, wird man sein Verhalten ändern. Manchmal helfen auch Verbote. In manchen Staaten sind Mehlspeisen mit schädlichen und süchtig machenden Fetten verboten.
Um lang gesund zu leben, kann man sein Verhalten ändern, zusätzlich müssen aber die Lebensverhältnisse vieler Menschen verbessert werden. Gute Wohnverhältnisse ohne Lärm und Abgase sind ebenso wichtig wie zufriedenstellende Arbeitsbedingungen, Anerkennung und Wertschätzung. Unser Ziel muss sein, für alle Menschen gleiche Chancen auf ein gutes und gesundes Leben zu schaffen!

Köşe Yazarları | Autoren
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