Sayı | Ausgabe: 214 (14.08.2019)
Gelecek sayı | Nächste Ausgabe: 17.09.2019

Dr. Claudia Laschan

laschan1

14.08.2019

 

Der Klimawandel ist in Österreich wie auch in vielen anderen Ländern das meistdiskutierte Thema. Vor allem die jungen Menschen haben große Sorgen um ihre Zukunft und verlangen von der Politik rasches Handeln. Heute zweifeln nur mehr wenige an den negativen Auswirkungen der Ausbeutung  und Zerstörung der Natur durch die Menschheit.Der Klimawandel ist in Österreich wie auch in vielen anderen Ländern das meistdiskutierte Thema. Vor allem die jungen Menschen haben große Sorgen um ihre Zukunft und verlangen von der Politik rasches Handeln. Heute zweifeln nur mehr wenige an den negativen Auswirkungen der Ausbeutung  und Zerstörung der Natur durch die Menschheit.
Doch wer muss jetzt handeln? Der einzelne Mensch durch Änderung seiner Lebensgewohnheiten oder die Politik durch Gesetze und Verbote? Meiner Meinung nach sollten alle ihren Teil beitragen zur Rettung unserer Lebensgrundlagen bzw. der Lebensgrundlagen der nächsten Generationen.
Am Beispiel der Motorradfahrer in den Alpen kann man sehen: Was zuviel ist, ist zuviel! Bis zu 4000 Biker fahren täglich durch kleine Dörfer in Tirol. Es sind Touristen, die gerne Motorrad fahren, vor allem kurvige Strecken und abwechselnd bremsen und beschleunigen. Viele halten sich nicht an die vorgeschriebenen Geschwindigkeiten. Die Schadstoffbelastung ist enorm und der Lärm macht die Menschen, die dort wohnen und arbeiten, krank. Letztendlich werden nur Fahrverbote helfen. In einigen Tälern gibt es sie schon. Touristen haben immer häufiger Ausweichrouten abseits der gestauten Straßen gesucht. Sie sind dann auf Nebenstraßen mitten durch Wohngebiete gefahren. Das ist nun verboten.
„Was zuviel ist, ist zuviel!“ Das haben wir schon in den 80er Jahren gehört. „Wenn alle chinesischen Familien einen Kühlschrank hätten, würde die Erde zerstört“ wurde immer wieder als Beispiel für den schädlichen Treibhauseffekt genannt. Ich wurde sehr nachdenklich und fragte mich, warum nicht alle Menschen einen Kühlschrank haben sollten. Ist es nicht ungerecht, wenn nur ein kleiner Teil der Menschheit gut leben kann?
Es stellt sich daher die Frage, wie die Erde gerettet werden kann ohne die Armen auf dieser Welt zu belasten. Die Armen sind nämlich jetzt schon die Opfer des Klimawandels. In den großen Städten heizt sich die Luft auf unerträgliche Temperaturen auf. Beton und Asphalt speichern Hitze und strahlen sie ab. Ältere und chronisch kranke Menschen sterben früher. Alle, die genug Geld haben, können der Hitze entkommen, sie fahren zum Beispiel aufs Land. Global gesehen sind die Dürreperioden vor allem auf dem afrikanischen Kontinent immer häufiger. Bald wird in vielen Gegenden niemand mehr leben können, weil dort Landwirtschaft nicht mehr möglich ist. Ist es gerecht, wenn ein Deutscher zwanzigmal so viel CO2 in die Luft bläst wie ein Einwohner von Bangladesch, dessen Heimat aber als erste im Meer versinkt?
Der Leiter der ORF- Wetterredaktion sagt: “Wir sind die erste Generation, die den Klimawandel zu spüren bekommt und die letzte, die dagegen etwas unternehmen kann.“
Wir müssen also handeln. Weniger Autoverkehr, aber dann muss der öffentliche Verkehr besser ausgebaut werden und billig sein. Weniger Asphalt und Beton, mehr Natur, aber nicht weniger Wohnungen! Die Bauindustrie muss sich auf ökologisches Bauen umstellen. Das geht nur durch gesetzliche Vorgaben. Wenn ein Baum gefällt wird, muss ein neuer gepflanzt werden (in Wien ist das schon lange so). Der Flugverkehr muss eingedämmt werden, es gibt Flüge von Deutschland nach Spanien um 20 Euro! Fliegen ist fast immer billiger als Bahn fahren. Trotzdem muss es möglich und leistbar sein, Verwandte in einem anderen Land zu besuchen! Ein Hauptverursacher des Klimawandels ist die industrielle Landwirtschaft, vor allem die Viehzucht. Die Tiere werden unter unwürdigen Bedingungen gehalten, damit das Fleisch möglichst billig ist. Fleisch ist manchmal billiger als Kirschen! Um Futteranbau für die Viehzucht zu betreiben, werden Wälder abgeholzt. Das kurzfristige Profitdenken steht im Vordergrund.
Viele sagen, die Verursacher der Umweltzerstörung sollten zahlen, also der Konsument soll mehr für Fleisch zahlen. Das trifft aber wieder die ärmeren Menschen, die am wenigsten zur Erderwärmung beitragen.
Meiner Meinung nach müssen die wahren Verursacher zur Kasse gebeten werden. Die industrielle Landwirtschaft, die Autoindustrie, die Tourismusindustrie und viele andere. Die Reichen dieser Welt, die immer reicher werden und am meisten CO2 produzieren, müssen verzichten oder zahlen für die Rettung der Erde.

Köşe Yazarları | Autoren
Köşe Yazarları | Autoren