Sayı | Ausgabe: 248 (09.06.2022)
Gelecek sayı | Nächste Ausgabe: 13.07.2022

Dr. Claudia Laschan

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09.06.2022

Männer und Frauen erkranken unterschiedlich. Beispielsweise habe Frauen öfter rheumatische Erkrankungen oder Osteoporose. Manchmal sind bei der gleichen Krankheit die Symptome unterschiedlich. Ein Herzinfarkt zeigt sich bei Männern durch Druckgefühl und Brennen in der Brust. Bei Frauen tritt eher Übelkeit auf. Dadurch wird ein Herzinfarkt bei Frauen oft nicht gleich erkannt. Außerdem werden Medikamente teilweise bei Männern schneller abgebaut als bei Frauen. Diese Erkenntnisse müssen in der medizinischen Praxis umgesetzt werden, damit jede Patientin und jeder Patient die beste Behandlung bekommt.Männer und Frauen erkranken unterschiedlich. Beispielsweise habe Frauen öfter rheumatische Erkrankungen oder Osteoporose. Manchmal sind bei der gleichen Krankheit die Symptome unterschiedlich. Ein Herzinfarkt zeigt sich bei Männern durch Druckgefühl und Brennen in der Brust. Bei Frauen tritt eher Übelkeit auf. Dadurch wird ein Herzinfarkt bei Frauen oft nicht gleich erkannt. Außerdem werden Medikamente teilweise bei Männern schneller abgebaut als bei Frauen. Diese Erkenntnisse müssen in der medizinischen Praxis umgesetzt werden, damit jede Patientin und jeder Patient die beste Behandlung bekommt.
Männer sind bei Erkrankungen, die vor allem Frauen zugeschrieben werden, wie zum Beispiel Depression, oft die Benachteiligten. Die klassischen Symptome wie traurige Stimmung, Schlafstörungen, vermindertes Selbstwertgefühl und Selbstmordgedanken können bei Männern anders sein: erhöhte Risikobereitschaft, Wutanfälle und geringe Stresstoleranz. Dadurch kann bei Männern eine Depression unerkannt und damit unbehandelt bleiben.
Die Osteoporose ist eine Erkrankung, die mehrheitlich Frauen betrifft. Es handelt sich um eine verringerte Knochendichte, also die Widerstandsfähigkeit der Knochen nimmt ab. Dadurch kommt es leichter zu Knochenbrüchen und Verformungen der Wirbelsäule. Als ich noch ein Kind war, habe ich oft alte Frauen gesehen, die eine völlig verkrümmte Körperhaltung hatten. Sie konnten beim Gehen nicht einmal den Kopf gerade halten. Damals hat es noch keine gezielte Therapie für OsteoporosepatientInnen gegeben. Heute gibt es Medikamente, die den Knochenabbau bremsen und den Knochenaufbau fördern, damit die Knochen auch im Alter stark bleiben. Calcium und Vitamin D sind ein wichtiger Teil der Therapie, ebenso regelmäßige Bewegungseinheiten. Wichtig ist ein leichtes Krafttraining, das die Muskeln und die Knochen stärkt. Man weiß heute, dass Menschen, die von Jugend an viel Sport betrieben haben viel weniger an Osteoporose erkranken. Da Osteoporose als Frauenkrankheit gilt, werden betroffene Männer oft sehr spät diagnostiziert und behandelt.
Krebserkrankungen sind sehr vielfältig und können durch die Fortschritte der Medizin immer besser therapiert werden. Die Krebsmedikamente werden jedoch von Männern und Frauen unterschiedlich vertragen. Frauen haben meist mehr Nebenwirkungen als Männer. Leider wurden in der Vergangenheit neu entwickelte Medikamente nur an Männern erprobt. Man wollte durch den Ausschluss von Frauen vermeiden, dass noch unerkannt Schwangere geschädigt werden. Heute wissen wir jedoch, dass bei Frauen viele Arzneimittel langsamer ausgeschieden werden, das heißt länger im Körper verbleiben. Auch bei Schlafmittel ist das mittlerweile erforscht. Daher muss man dazu übergehen, bestimmte Medikamente bei Frauen niedriger zu dosieren. Ein gutes Beispiel dafür ist die Herzinsuffizienz, man kann diese Krankheit am besten als Herzschwäche beschreiben. Der Herzmuskel kann das Blut nicht mehr so kräftig in den Körper pumpen, wie es notwendig wäre. Dagegen gibt es gute Medikamente, die eine Verbesserung der Herzleistung bringen. Auch hier hat sich gezeigt, dass Frauen mit 40 bis 60 Prozent der vorgeschriebenen Dosis bessere Ergebnisse hatten als mit der vollen Dosis. 
Dass Brustkrebs eine ausschließliche Frauenkrankheit ist, das würden viele unterschreiben. Doch es stimmt nicht. Auch Männer können an Brustkrebs erkranken, doch oft dauert es sehr lange, bis die Diagnose gestellt wird. Insgesamt ist Brustkrebs eine sehr gut behandelbare Erkrankung. Durch eine extrem genaue Diagnostik der Krebszellen kann eine individuell auf die erkrankte Person abgestimmte Therapie angewendet werden. Dies nennt man personalisierte Medizin, genau auf den einzelnen Menschen, Mann oder Frau, Alter, Gesundheitszustand, und biochemische Eigenschaften der Erkrankung abgestimmt. Zusätzlich sind selbstverständlich die Lebensbedingungen und der psychosoziale Hintergrund miteinzubeziehen.

Köşe Yazarları | Autoren
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