Sayı | Ausgabe: 234 (14.04.2021)
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Dr. Claudia Laschan

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14.04.2021

Ende des 19. Jahrhunderts beobachtete ein Forscher eine durchsichtige Seesternlarve unter dem Mikroskop und sah, dass im Inneren kleine Punkte herumschwammen. Er stach mit einem Stachel durch die Haut dieser Larve. Nach einiger Zeit versammelten sich die kleinen Punkte rund um die Stachelspitze. Das waren die Zellen des Immunsystems, die gegen den Fremdkörper kämpften. Seitdem sind mehr als 120 Jahre vergangen und die Forschung hat viel geleistet. Wir wissen heute sehr viel über die komplizierte und sehr effiziente Immunabwehr des Menschen.Ende des 19. Jahrhunderts beobachtete ein Forscher eine durchsichtige Seesternlarve unter dem Mikroskop und sah, dass im Inneren kleine Punkte herumschwammen. Er stach mit einem Stachel durch die Haut dieser Larve. Nach einiger Zeit versammelten sich die kleinen Punkte rund um die Stachelspitze. Das waren die Zellen des Immunsystems, die gegen den Fremdkörper kämpften. Seitdem sind mehr als 120 Jahre vergangen und die Forschung hat viel geleistet. Wir wissen heute sehr viel über die komplizierte und sehr effiziente Immunabwehr des Menschen.Bleiben wir gleich beim Stachel. Wenn man eine Rose unvorsichtig angreift, kann ein Stück Stachel in der Haut stecken bleiben. Wir spüren den Schmerz, dann beginnt sich langsam die Haut zu röten, fast gleichzeitig tritt eine Schwellung auf. Der Stachel hat die Schutzhülle des Menschen (die Haut) verletzt und es können Keime und Mikroorganismen wie Bakterien in den Körper eindringen. Es kommt zu einer Erweiterung der Blutgefäße, damit weiße Blutzellen (Immunzellen) schneller zum Verletzungsort kommen. Dadurch kommt es zur Rötung der Haut. Bestimmte weiße Blutkörperchen töten die Eindringlinge ab, danach kommen andere Zellen, die die Reste auffressen. So arbeitet vereinfacht dargestellt das angeborene Immunsystem. Es gibt aber auch ein erworbenes Immunsystem, das dann aktiv wird, wenn die erste Abwehrlinie nicht erfolgreich war.   Hier wird gezielt gegen die Erreger vorgegangen. Es gibt B-Zellen und T-Zellen, die unterschiedlichste Fähigkeiten haben. All diese Zellen arbeiten zusammen, aktivieren Botenstoffe, die wieder andere Immunzellen beeinflussen und so werden spezielle Antikörper gebildet, die sich gegen bestimmte Viren und Bakterien richten und sie unschädlich machen. Wie können die Eindringlinge erkannt werden? Bei jedem Kontakt mit einem Krankheitserreger werden T-Zellen gebildet, die sich diesen Krankheitserreger merken. Sie heißen Gedächtniszellen und erkennen bei einem neuerlichen Kontakt die Bakterien oder Viren wieder und ermöglichen ein schnelles Abtöten.    Der betroffene Mensch merkt nichts von einer Infektion.Dieses Prinzip ist die Grundlage für alle Impfungen. Bei der Impfung wird eine Schablone mit dem Bauplan des Virus in den Oberarmmuskel gespritzt, die Immunzellen werden aktiviert und ein Teil davon bleibt als Gedächtniszellen in Bereitschaft. Damit ist man für eine gewisse Zeit oder manchmal auch lebenslang immun gegen dieses Virus.Das Immunsystem wird sehr kompliziert reguliert, damit es gut funktioniert und nicht außer Kontrolle gerät. Damit auf jeden Gegner angemessen reagiert werden kann, nicht zu viel und nicht zu wenig. In seltenen Fällen passiert es, dass sich unser Abwehrsystem gegen körpereigene Strukturen richtet. Diese Krankheiten heißen Autoimmunerkrankungen, davon gibt es über 80, am bekanntesten sind Multiple Sklerose und Diabetes Typ1.Es gibt heute mehr Autoimmunerkrankungen als früher, auch mehr Allergien. Die Ursache ist die vermehrte Reinheit. Hände waschen und Desinfektion können Krankheiten vermeiden und helfen gegen Ansteckung. Aber gleichzeitig lernt das Immunsystem keine Erreger mehr kennen. Wird es doch einmal attackiert, weiß es nicht, wie es reagieren soll. Nach dem Motto „besser zu viel als zu wenig“ kommt es oft zu Autoimmunkrankheiten oder zu Allergien. Man muss kleine Kinder nicht unter einem Glaskäfig aufwachsen lassen, ein bisschen Kuhstall oder Schmutz ist ein Training für die Immunabwehr.An und in unserem Körper leben Billionen von Bakterien, die meisten davon im Darm. Sie helfen bei der Verdauung und der Ernährung, sie produzieren Vitamine, beschaffen Nährstoffe und beliefern den Körper mit Energie. Unser Immunsystem lässt diese guten Bakterien in Ruhe arbeiten.Im Normalbetrieb arbeitet unser Immunsystem ausgezeichnet und braucht keine künstliche Hilfe von außen, obwohl Apotheken und Drogerien verschiedenste Präparate zur angeblichen Stärkung der Immunabwehr anpreisen. Ein paar Verhaltensregeln sind eine wirkliche Unterstützung:Ausreichend schlafen, regelmäßig Obst und Gemüse essen, nicht rauchen. Stress vermeiden, weil Stress bewirkt die Ausschüttung von Hormonen, die die Immunzellen schwächen.Bewegung machen ist gesund, auch für die Abwehr von Infektionen. Der Kreislauf wird angeregt, die gesteigerte Blutzirkulation erhöht die Mobilität der Abwehrzellen.Das Immunsystem ist ein äußerst komplizierter höchst wirksamer Schutzmechanismus. Ich wollte mit diesem Artikel versuchen, die Leistung der menschlichen Immunabwehr darzustellen. Die Impfung ist nur deshalb erfolgreich, weil es dieses wunderbare Immunsystem gibt.

Köşe Yazarları | Autoren
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