Sayı | Ausgabe: 234 (14.04.2021)
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--RENATE ANDERL

RENATE ANDERLn

14.04.2021

In den letzten Tagen war viel von einem Jahr Corona die Rede, von steigenden Zahlen und weiteren Einschränkungen, von Impfungen und Testungen, von Arbeitslosigkeit und neuem Lockdown.In den letzten Tagen war viel von einem Jahr Corona die Rede, von steigenden Zahlen und weiteren Einschränkungen, von Impfungen und Testungen, von Arbeitslosigkeit und neuem Lockdown.
Was wir vermissen, und das nicht erst jetzt, ist, dass sich die Politik ernsthaft mit den Problemen der Jugendlichen beschäftigt. Deshalb sollen wir verstärkt einen Blick darauf werfen, wie es Lehrlingen, wie es jungen ArbeitnehmerInnen geht. Die Arbeiterkammer ist der Ansicht, dass ihre Situation seit Beginn der Krise nicht genug beachtet wird, und bei vielen Maßnahmen sind sie außen vor. Zum Beispiel was die Berufsschulen betrifft, was die Möglichkeiten betrifft, am Unterricht trotz Distance Learning teilzunehmen, was Angebote zu Testungen an Berufsschulen betrifft und was die Corona-Krise generell für die berufliche Zukunft von jungen Menschen bedeutet.
AK bietet zahlreiche Unterstützungen an
Die Arbeiterkammern haben angesichts dieser Lage quasi öffentliche Aufgaben übernommen. Wir haben den Berufsschulen bereits mehrmals Laptops für ihre SchülerInnen zur Verfügung gestellt. Wir haben Lehrlingen Räume und Unterstützung zum Lernen zur Verfügung gestellt.
Jugendarbeitslosigkeit und Lehrstellenlücke
Die Lage derzeit ist katastrophal. Junge Menschen sind unter anderem deshalb so stark von Arbeitslosigkeit betroffen, weil sie zuletzt in den Betrieb gekommen sind und deshalb als erste gekündigt werden. Hier nur ein paar wenige Zahlen: Im Februar waren 40.851 Menschen zwischen 15 und 24 Jahren arbeitsuchend. Viele von ihnen ohne abgeschlossene Berufsausbildung. 6.519 Lehrstellen-Suchenden stehen 5.222 Lehrstellen gegenüber.
Zunahme an Insolvenzen
Die Lehrstellenlücke ist aber tatsächlich noch größer – und für den Herbst fürchten wir weitere Verschlechterungen. Die sehr wahrscheinliche Zunahme an Insolvenzen wird auch Lehrlinge betreffen. Wegen der weiterhin unsicheren wirtschaftlichen Lage werden Betriebe, die das üblicherweise machen, im Herbst keine Lehrlinge aufnehmen. SchulabgängerInnen drängen dann auch noch auf den Lehrstellenmarkt. Und dazu werden weitere SchülerInnen kommen, die heuer wegen der Krise doch nicht die Schule abgebrochen haben – das wissen wir aus Gesprächen mit SchuldirektorInnen.
Mehr staatliche Unterstützung für ArbeitnehmerInnen
Das alles wissen wir schon jetzt, und dagegen erwarten wir uns von der Regierung bereits jetzt ganz konkrete Schritte. Die heimischen Unternehmen werden mit vielen Maßnahmen unterstützt. Für die ArbeitnehmerInnen gilt das nicht im selben Ausmaß. Und für die jungen Menschen, die Fachkräfte der Zukunft, gilt das schon gar nicht. Das ist ein ganz, ganz schlechtes Signal an die jungen Menschen im Land, wenn die Politik sie links liegen lässt.
Das brauchen jetzt Jugendliche
Was junge Menschen jetzt dringend brauchen. Mehr Plätze in überbetrieblichen Ausbildungen. Genügend Ausbildungsmöglichkeiten im Rahmen der Ausbildungspflicht bis 18. Freistellung für Lerntage zum Nachholen des versäumten Stoffes. Unterstützungen für BerufsschülerInnen zur Vorbereitung auf die Lehrabschlussprüfung. Verstärkte Aufnahme von Lehrlingen im öffentlichen Dienst, wie das die Stadt Wien jetzt ganz bewusstmacht. Und im Rahmen der EU-Aufbaufonds muss die Bundesregierung ganz konkrete Förderprojekte für den Einstieg von Jugendlichen ins Arbeitsleben vorsehen.

Köşe Yazarları | Autoren
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