Sayı | Ausgabe: 217 (12.11.2019)
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--RENATE ANDERL

RENATE ANDERLn

12.11.2019

Junge Mädchen und Buben brauchen eine gute Ausbildung, entweder in einer Schule oder in einer Firma. Kaum jemand würde dieser Forderung widersprechen. Immer wieder fordern die Unternehmen in Österreich mehr Fachkräfte. Und eigentlich sollte man meinen, dass die einzig richtige Antwort auf den Fachkräftemangel die Schaffung von Ausbildungsplätzen ist. Aber so konsequent sind nur einige Unternehmen. Die Mehrheit der Firmen bildet nicht oder zu wenig aus. Junge Mädchen und Buben brauchen eine gute Ausbildung, entweder in einer Schule oder in einer Firma. Kaum jemand würde dieser Forderung widersprechen. Immer wieder fordern die Unternehmen in Österreich mehr Fachkräfte. Und eigentlich sollte man meinen, dass die einzig richtige Antwort auf den Fachkräftemangel die Schaffung von Ausbildungsplätzen ist. Aber so konsequent sind nur einige Unternehmen. Die Mehrheit der Firmen bildet nicht oder zu wenig aus. 
In Österreich gilt eine Ausbildungspflicht: Bis zum Alter von 18 Jahren müssen junge Menschen eine Schul- oder Berufsausbildung machen. Bei dieser Ausbildungspflicht für Jugendliche müssen jetzt endlich auch die Unternehmer und die Schulen mitmachen. Bisher nimmt diese Ausbildungspflicht vor allem der Staat wahr, etwa mit Maßnahmen des Sozialministeriums zur Betreuung von Jugendlichen, die noch keinen Ausbildungsplatz haben. Von den Unternehmen aber kommt viel zu wenig. Laut AK Analyse haben derzeit 22.000 Jugendliche trotz Suche keine Lehrstelle im Betrieb. Diese Zahl ist viel zu hoch. Die Unternehmer müssen endlich neue, gute Lehrplätze schaffen. Und in Wien brauchen wir auch neue Schulplätze. Denn hier steigt die Zahl der Jugendlichen Jahr für Jahr.
   Zur Analyse des Lehrstellenmarkts hat die Arbeiterkammer die Zahlen des Arbeitsmarktservice und der Wirtschaftskammer für Ende September ausgewertet. In diesem Monat zeigt sich am deutlichsten, wer nach Schulschluss im Juli eine Lehrstelle gefunden hat und wer nicht. Das Ergebnis ist nicht erfreulich.
   Genau 21.877 Jugendliche hatten Ende September trotz Suche keine Lehrstelle in einem Betrieb – um 1.156 mehr als vor einem Jahr (20.721 ohne Lehrstelle in einem Betrieb). Sie suchen entweder direkt einen Lehrplatz, sind in Schulungen des Arbeitsmarktservice oder in einer überbetrieblichen Ausbildung. Für sie meldeten die Unternehmer 8.838 sofort verfügbare offene Lehrstellen. Das ist zwar ein Plus von 1.123. Die Lehrstellenlücke bleibt aber gleich groß. Es fehlen 13.039 Lehrstellen, ähnlich groß war die Lehrstellenlücke auch im vorigen Jahr. Es hat sich also nichts verbessert.
  Auch die Zahl der Lehranfängerinnen und Lehranfänger in den Betrieben ist im Vergleich zum Vorjahr praktisch unverändert bei über 31.000. Wenn wir keine öffentlich finanzierte überbetriebliche Lehrausbildung, hätten, würden jetzt zusätzlich tausende Jugendliche auf der Straße stehen. Deshalb appelliere ich an die Unternehmer: Schafft endlich neue, gute Lehrplätze. Es reicht nicht, immer nur über den Fachkräftemangel zu jammern. Fachkräfte müssen auch ausgebildet werden.
   In Wien ist die Lage der jungen Menschen, die eine Ausbildung suchen, besonders schwierig. Denn in der wachsenden Stadt drängen immer mehr jungen Leute auf den Ausbildungsmarkt. Hier muss die Bundesregierung helfen und mehr Schulplätze in den berufsbildenden Schulen wie HTL, HAK oder Handelsschulen schaffen. Wien wird jünger, die Zahl der Jugendlichen steigt. Gibt es mehr Schulplätze, können mehr Jugendliche ihre Ausbildungspflicht in der Schule erfüllen. Und wir nehmen damit auch Druck vom Lehrstellenmarkt.

Köşe Yazarları | Autoren
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