Sayı | Ausgabe: 212 (18.06.2019)
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--RENATE ANDERL

RENATE ANDERLn

18.06.2019

 

Die Schule gut schaffen: Das wünschen sich alle Eltern für ihre Kinder. Aber immer mehr Kinder brauchen Nachhilfe: Etwa 327.000 Kinder, jedes dritte Kind, bekamen heuer private Nachhilfe, im Vorjahr waren es noch 264.000. Das kostet die Eltern viel Geld: über 100 Millionen Euro im Jahr. Gleichzeitig brauchen die Kinder ihre Eltern als unfreiwillige Nachhilfelehrerinnen und Nachhilfelehrer: Mit drei Vierteln der Kinder (73 Prozent) müssen deren Mütter oder Väter zu Hause lernen, weil das Lernen und Üben in der Schule zu kurz kommt. Die Schule gut schaffen: Das wünschen sich alle Eltern für ihre Kinder. Aber immer mehr Kinder brauchen Nachhilfe: Etwa 327.000 Kinder, jedes dritte Kind, bekamen heuer private Nachhilfe, im Vorjahr waren es noch 264.000. Das kostet die Eltern viel Geld: über 100 Millionen Euro im Jahr. Gleichzeitig brauchen die Kinder ihre Eltern als unfreiwillige Nachhilfelehrerinnen und Nachhilfelehrer: Mit drei Vierteln der Kinder (73 Prozent) müssen deren Mütter oder Väter zu Hause lernen, weil das Lernen und Üben in der Schule zu kurz kommt. 
Weiterhin ungerecht: 40.000 Kinder, die private Nachhilfe brauchen, bekommen keine, vor allem, weil die Eltern nicht dafür zahlen können. Diese Zahl ist seit 2010 immerhin gesunken. Grund dafür dürfte sein, dass es mittlerweile schulische Gratis-Nachhilfeangebote gibt, insbesondere in Wien.Entlastung für Kinder und Eltern würden mehr Ganztagsschulen bringen, in denen die Kinder gut betreut lernen können. Wir wissen längst, dass mit mehr Ganztagsschulen der Bedarf an Nachhilfe sinkt, und die Eltern beim Hausaufgaben- und Lernstress entlastet werden, und dass es mehr gute Förderunterricht in den Schulen geben muss. Aber die letzte Bundesregierung ist beim Ausbau der Ganztagsschulen auf die Bremse gestiegen. Und sie hat den Druck auf die Kinder und die Eltern erhöht, etwa mit der Wiedereinführung der Ziffernnoten in der Volksschule oder der Leistungsgruppen in der Neuen Mittelschule. 
Eltern und Kinder brauchen weniger Druck und mehr Unterstützung durch die Schulen. Die Schulen müssen mehr Verantwortung für den Lernerfolg der Kinder übernehmen. Das sagen wir seit zehn Jahren. Es ist heuer nötiger denn je. Deshalb setze ich mich ein für eine Umstellung des regulären Schulunterrichts auf persönliche Förderung der Kinder, für mehr echte, verschränkte Ganztagsschulen und für den Ausbau des regelmäßigen Förderunterrichts in den Schulen.  Das Geld für die Schulen muss so verteilt werden, dass Schulen, die mehr Kinder mit Förderbedarf unterrichten, auch mehr Geld bekommen. Denn Ziel der Schulpolitik muss sein, dass kein Kind zurückbleibt, egal wieviel Geld die Eltern haben und egal auf welche Schule es geht.

Köşe Yazarları | Autoren
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