Sayı | Ausgabe: 239 (15.09.2021)
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--RENATE ANDERL

RENATE ANDERLn

15.09.2021

Anfang September hat die Schule wieder begonnen. Es wird, wie sich abzeichnet, leider wohl wieder ein Schulbeginn voller Unsicherheiten. Denn bis heute haben wir vom Bildungsminister kein durchdachtes Konzept für sichere Schule gesehen. Obwohl wir das bereits im letzten Sommer eingefordert haben und obwohl wir auch in diesem Juni wieder an Minister Faßmann appelliert haben. Der Bildungsminister hat sich auf Teststrategien konzentriert, aber es braucht weit mehr. Wesentlich sind alternative Lern- und Sozialräume für Kinder und Jugendliche, mehr Unterstützung für die Lehrkräfte und Sicherheit für die Eltern.Anfang September hat die Schule wieder begonnen. Es wird, wie sich abzeichnet, leider wohl wieder ein Schulbeginn voller Unsicherheiten. Denn bis heute haben wir vom Bildungsminister kein durchdachtes Konzept für sichere Schule gesehen. Obwohl wir das bereits im letzten Sommer eingefordert haben und obwohl wir auch in diesem Juni wieder an Minister Faßmann appelliert haben. Der Bildungsminister hat sich auf Teststrategien konzentriert, aber es braucht weit mehr. Wesentlich sind alternative Lern- und Sozialräume für Kinder und Jugendliche, mehr Unterstützung für die Lehrkräfte und Sicherheit für die Eltern.
Es braucht SicherheitenKinder und Jugendliche und ihre Familien brauchen Entlastung und die Sicherheit, dass das kommende Schuljahr für sie gut vorbereitet wird. Das vergangene Schuljahr hat Eltern, Kindern und LehrerInnen Enormes abverlangt. Sie haben keine Ressourcen mehr, um die COVID-Krise privat aufzufangen. Viele Belastungen, denen Schulen und Familien ausgesetzt waren, sind durch gute Planung vermeidbar.SchülerInnen, ihre Eltern und auch LehrerInnen brauchen jetzt volle Unterstützung, damit kein Kind zurückgelassen wird und Bildungsrückstände schnellstmöglich aufgeholt werden können. Die Zeit der Unsicherheit muss nun endgültig vorbei sein.
1500 Euro pro SchulkindZur Planungssicherheit kommt noch der finanzielle Aspekt dazu. Wir haben ein Jahr lang bei 3000 Eltern erhoben, was sie im Lauf eines Schuljahres für die Kinder ausgeben. Eltern mussten im vergangenen Schuljahr durch das Homeschooling und Distance-Learning tief in die Tasche greifen, um die notwendige Technik – Laptops oder Tablets – für den Schulunterricht zu besorgen. Durchschnittlich haben Familien fast 1500 Euro pro Schulkind ausgegeben.Das ist für ganz viele eine enorme Zusatzbelastung und für viele auch gar nicht möglich – mit negativen Folgen auf den Bildungserfolg der Kinder. 
Hohe Belastungen für alleEltern haben aber nicht nur massive Mehrausgaben gehabt, um das Corona-Schuljahr zu bewältigen. Eltern, Kinder und Lehrpersonal waren außerdem hohen Belastungen ausgesetzt, weil klare Konzepte für Schule in der Pandemie gefehlt haben. Schule zu – auf – zu ist nicht so ein Konzept. Konkret sehen wir Handlungsbedarf in zwei großen Bereichen: Eltern brauchen Sicherheit und finanzielle Unterstützung.
Es braucht SicherheitBildungsminister Heinz Faßmann muss endlich ein durchdachtes Konzept für sichere Schule vorlegen – und das ist mehr, als nur eine Teststrategie. Es muss für den Fall weiterer Lockdowns alternative, sichere Unterrichtsformen und Betreuungsformen geben – z.B. Projektunterricht, die Nutzung anderer leerstehender Gebäude (Theater, Sporthallen, ...). Eltern brauchen außerdem die Sicherheit, dass sie gegebenenfalls auch wieder Sonderbetreuungszeit in Anspruch nehmen können, wenn alle anderen Betreuungsangebote ausfallen – durch den Druck der AK wird es diese Möglichkeit wieder geben. Und gerade in unsicheren Zeiten brauchen Schulen mehr pädagogisches Unterstützungspersonal, z. B. SchulsozialarbeiterInnen oder PsychologInnen.
Finanzielle Unterstützung1500 Euro Ausgaben pro Schulkind sind enorm viel, und nicht alle Eltern können sich das leisten. Sie brauchen daher Entlastung und Unterstützung. Damit der Satz „jedes Kind ist gleich viel wert“ nicht nur eine leere Worthülse ist fordern wir:Eine Bonuszahlung der Familienbeihilfe 200 Euro pro SchulkindSonderzahlung für alle, die SchülerInnenbeihilfe beziehen.Die Erhöhung der SchülerInnenbeihilfe – zusätzlich zur kürzlich beschlossenen Erhöhung
Armutszeugnis für ÖsterreichDer kostenlose Schulbesuch war eine historische Errungenschaft. Kein Kind soll um seinen Schulerfolg gebracht werden, weil sich Schulkosten im Familienbudget nicht mehr ausgehen. das ist in einem der reichsten Länder der EU ein echtes Armutszeugnis! Jetzt müssen rasch Schritte eingeleitet werden, um Bildungsteilhabe und Bildungserfolg für alle Kinder und Jugendlichen, unabhängig von den familiären Ressourcen, sicherzustellen. Die AK stellt gerne ihre Expertise zur Verfügung – damit jedes Kind die Unterstützung und Förderung bekommt die es braucht, um die Lernziele zu erreichen.

Köşe Yazarları | Autoren
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