--RENATE ANDERL
12.03.2025
Rund um den 8. März, den internationalen Frauentag, werden gerne Reden darüber gehalten, dass Frauen die gleichen Möglichkeiten haben sollten wie Männer. Mir ist dieses Thema das ganze Jahr über wichtig – denn das ganze Jahr über haben Frauen an vielen Stellen mit Benachteiligungen zu kämpfen: bei den Arbeitszeiten, den Einkommen, den Weiterbildungsmöglichkeiten und den Pensionen. Rund um den 8. März, den internationalen Frauentag, werden gerne Reden darüber gehalten, dass Frauen die gleichen Möglichkeiten haben sollten wie Männer. Mir ist dieses Thema das ganze Jahr über wichtig – denn das ganze Jahr über haben Frauen an vielen Stellen mit Benachteiligungen zu kämpfen: bei den Arbeitszeiten, den Einkommen, den Weiterbildungsmöglichkeiten und den Pensionen.
Provokant gesagt: Es zahlt sich aus, ein Mann zu sein. Der Einkommensunterschied zwischen Männern und Frauen liegt im Durchschnitt in Österreich bei fast 19 Prozent pro Stunde, über ein Jahr gerechnet sind das 18.800 Euro brutto. Auf ein Arbeitsleben von 40 Jahren hochgerechnet könnte sich eine Frau um dieses Geld eine Eigentumswohnung leisten. Die Unterschiede im Berufsleben setzen sich dann in der Pension natürlich fort: So beziehen Frauen in Österreich rund 40 Prozent weniger Pension als Männer, das sind bei den Alterspensionen im Durchschnitt monatlich fast 930 Euro.
Das ist kein Naturgesetz, das ist das Ergebnis von politischen Maßnahmen – oder eben fehlenden Maßnahmen. Dass Politik etwas bewirkt, zeigen Vergleiche bei Bundesländern: In Wien liegt der Einkommensunterschied bei 11 Prozent, in Vorarlberg bei 23 Prozent.
Wir als Arbeiterkammer wissen, wie man das ändern kann; dazu müssen die Betriebe etwas tun und die Politik: Ich verlange volle Einkommenstransparenz in Betrieben, denn wenn Frauen wissen, was der Kollege verdient, können sie für sich selbst besser verhandeln. Um die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben für Frauen zu ermöglichen und mehr Frauen in Vollzeit zu bringen, brauchen wir mehr Ganztagsschulen und Kinderbildungseinrichtungen in ganz Österreich, ganztägig, in guter Qualität und leistbar.
Derzeit leben die meisten Familien in einem „Eineinhalb-Verdiener-Modell“, wo der Vater Vollzeit erwerbstätig ist, die Mutter nur Teilzeit. Die Folge ist, dass zwei Drittel der unbezahlten Sorgearbeit von Frauen erledigt wird. Damit sich die Zeit mit Kindern gerechter zwischen Frauen und Männern aufteilt, schlägt die AK gemeinsam mit dem ÖGB ein Familienarbeitszeitmodell vor. Für Halbe-Halbe bei der Elternteilzeit soll es einen steuerfreien Bonus von 350 Euro pro Elternteil geben. Das sind also 700 Euro Bonus für mehr Gerechtigkeit und eine bessere soziale Absicherung von Frauen.
Chancengleichheit für Frauen ist möglich! Das Einzige, was bisher fehlt, ist der politische Wille, die Ideen der AK umzusetzen.
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