Sayı | Ausgabe: 248 (09.06.2022)
Gelecek sayı | Nächste Ausgabe: 13.07.2022

--RENATE ANDERL

RENATE ANDERLn

09.06.2022

Die Bundesregierung ignoriert die Anliegen der Jugend – und das macht sich bemerkbar: Drei Viertel der 16- bis 25-Jährigen fühlen sich von der Politik nicht gehört, ihre Interessen nicht vertreten. Noch höher liegt dieser Wert bei Schüler:innen, Lehrlingen und Jugendlichen aus finanziell schwieriger Lage.Die Bundesregierung ignoriert die Anliegen der Jugend – und das macht sich bemerkbar: Drei Viertel der 16- bis 25-Jährigen fühlen sich von der Politik nicht gehört, ihre Interessen nicht vertreten. Noch höher liegt dieser Wert bei Schüler:innen, Lehrlingen und Jugendlichen aus finanziell schwieriger Lage.
Was ich ganz besonders dramatisch finde: 30 Prozent der Wohnbevölkerung in Wien hat kein Wahlrecht, besonders stark betroffen davon sind junge Menschen.
Stellt euch das einmal vor: Ihr seid hier geboren, geht in die Schule, macht eine Lehre und geht arbeiten – aber wählen dürft ihr nicht!
Ihr dürft nicht darüber mitbestimmen, wie eure Stadt, euer Land regiert wird und welche Politik gemacht wird. Das ist eine totale Entwertung der Demokratie. Das können wir so nicht länger hinnehmen. Wir haben daher in der Vollversammlung Mitte Mai das so genannte Jugendrespektpaket beschlossen. Darin fordern wir, dass junge Menschen viel besser an allen demokratischen und gesellschaftlichen Prozessen beteiligt werden. Sie sollen und müssen mitreden dürfen, wenn es um ihre Anliegen geht. Dafür braucht es auch einen leichteren Zugang zur Staatsbürgerschaft.
Unnötig hohe HürdenDie Staatsbürgerschaft zu erlangen ist in Österreich ungleich schwerer als in anderen Ländern. Österreich liegt in der EU am letzten Platz, was die Anforderungen zur Erlangung der Staatsbürgerschaft angeht. Weltweit ist die Einbürgerung nur in Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emirate noch schwerer. Das muss sich ändern.  

Verdienen der Staatsbürgerschaft Wir hören immer wieder, dass man sich die Staatsbürgerschaft verdienen muss. Ich weiß nicht genau, wie ich mir das verdient habe, außer, weil ich zufällig hier geboren bin.
Wir haben gehört, dass die Staatsbürgerschaft ein wertvolles Gut ist, das man nicht entwerten darf. Entwerten, tut man einen Fahrschein!
Bei solchen Aussagen muss man sich schon fragen, was manchen Menschen die Demokratie in unserem Land wert ist? Wer darf denn entscheiden, was wertvoller ist?Ich sage: Niemand!
Aufwertung der DemokratieWas unsere Demokratie aufwerten würde, ist mehr Beteiligung von allen Menschen, die hier leben. Wir haben daher in unserer Vollversammlung in Wien leichteren Zugang zur Staatsbürgerschaft gefordert. Junge Menschen sollen schon nach 5 Jahren die Staatsbürgerschaft bekommen können, wenn sie in Österreich geboren sind.
Die absurd hohen Einkommensgrenzen – die nicht einmal viele Österreicher:innen erreichen können – müssen runter, und die Verfahren müssen einfacher werden!

Köşe Yazarları | Autoren
Köşe Yazarları | Autoren