13.05.2026

Derzeit wird über das neue Budget für die Jahre 2027 und 2028 verhandelt. Die aktuelle wirtschaftliche Situation ist schwierig. Gerade in dieser aktuellen Situation. darf man Grundprinzipien, die selbstverständlich sein sollten, nicht opfern. Dazu gehört Gleichstellung, Frauenpolitik, ein feministischer Blick. Genau jetzt – im Prozess der Budgeterstellung – ist der richtige Zeitpunkt, bei allen vorgesehenen Maßnahmen auf die Gleichstellung zu achten.

Eine aktuelle Wifo-Studie zeigt, dass Frauen stärker von Ausgabenkürzungen betroffen sind. Daher muss mehr Fokus auf die Einnahmenseite gelegt werden. Ausgabenseitige Maßnahmen – zum Beispiel Kürzungen bei Bildung, Gesundheit, Pflege, treffen am ehesten Frauen, unter ihnen jene mit niedrigeren Einkommen. Einnahmenseitige Maßnahmen – zum Beispiel Vermögenssteuer, Erbschaftssteuer, höherer Spitzensteuersatz, das trifft gut bis sehr gut verdienende Männer.

Nur ein kleines Beispiel: Preiserhöhungen bei öffentlichen Verkehrsmitteln treffen Frauen stärker – weil sie weniger verdienen und weil sie die Öffis mehr und die Autos weniger nutzen als Männer.

Frauen haben schon die Auswirkungen der Corona- und der Teuerungskrise stärker zu spüren bekommen. In den laufenden Budget-Verhandlungen muss daher besonders darauf geachtet werden, dass Konsolidierungsmaßnahmen die bestehenden Ungleichgewichte und Nachteile nicht noch weiter vergrößern. Darum ist für uns ganz klar: Es müssen endlich jene mehr beitragen, die über große Vermögen verfügen, die sehr hohe Einkünfte beziehen und die Millionen-Erbschaften erhalten. Das ist der breiten Masse der Bevölkerung gegenüber gerecht. Und das würde auch die Gleichstellung positiv beeinflussen.

 

Ausgabe: 296 / 10.06.2026
Köşe Yazarları | Autoren
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